Entfesselt Blitzen

Bisher war ich totaler Fan vom Nikon CLS. Die Möglichkeit direkt von der Kamera aus die Blitzleistung manuell zu regeln fand ich schon genial. Und solange man sich in geschlossenen Räumen befindet, funktioniert das auch sehr gut, selbst wenn man den Blitz irgendwo versteckt. Obwohl das System optisch mit über ein IR-Signal arbeitet, lösen die Blitze trotzdem aus, da die Reflektion über die Wände meist ausreichend ist.

Obwohl meine Kameras (früher die D80 – heute D610 und D7000) in der Lage sind über den internen Blitz entfesselt zu blitzen, habe ich mir irgendwann mal einen SU-800 Nachbau gekauft. Der originale Nikon SU-800 ist mir einfach zu teuer und zu klobig und die Variante mit dem internen Blitz sieht immer irgendwie nach Hobbyknipser aus.

Aber so gut das System in der Wohnung oder im Heimstudio funktioniert, so hat es im Freien oder in großen Hallen so seine Tücken. Wenn es keine Wände mehr gibt, die das optische Signal reflektieren, braucht man zwingend eine Sichtverbindung zwischen der Vorderseite des Senders auf der Kamera und dem Empfänger des Blitzes. So kann es leider sein, dass ein Blitz, der nur 2 Meter neben einem steht, nicht auslöst, eben weil die Kamera nach vorne zeigt und das Signal den Blitz nicht erreicht.

Die einzige sinnvolle Lösung ist es, abgesehen von Kabeln, ein Funkbasiertes System zu verwenden. Die einfachen Systeme lösen den Blitz nur aus. Zum Einstellen muss man am Blitz selber Veränderungen vornehmen. Und wenn der gerade in 2m Höhe in einem Schirm steckt, kann das schon mal nerven. Leider bekommt man Systeme, bei denen man die Leistung remote einstellen kann, nicht gerade für 20€. Bei Systemen wie Pocketwizzard ist man bei einem Set für 2 Blitze eher bei 350-400€ los. Für einen Available Light Fan wie mich, der so ein System vielleicht 3- bis 4-mal in Jahr benötigt, viel zu viel.

Zum Glück gibt es Yongnuo. Die haben vor einigen Jahren den Markt mit recht günstigen Aufsteckblitzen überflutet, die keinerlei Automatik hatten aber dafür in der Lage waren, als Slave-Blitz zu arbeiten. Die blitzen also einfach mit, wenn sie einen Blitz sehen. Damit waren sie ein Traum für jeden Hobbyfotografen, der sich ein Heimstudio aufbauen wollte aber nicht das Geld für große Studioblitze ausgeben konnte oder wollte. Inzwischen bietet Yongnou sogar TTL-fähige Blitze an, die sich auch in das Nikon CLS integrieren lassen. Inzwischen gibt es sogar einfache aber zuverlässige Funkauslöser und es gibt sogar Blitze, die einen eingebauten Funkempfänger haben. Leider sind letztere (stand heute) nur für das manuelle Funksystem verfügbar, sodass man immer noch zum Blitz gehen muss, wenn man die Leistung verändern will.

Aber auch hier bietet Yongnuo etwas an. Die Yongnuo YN-622N sind TTL-fähige Transciever. Das heißt, man kann sie sowohl als Sender als auch als Empfänger verwenden. Und man kann mit ihnen auch manuell blitzen. Allerdings ist die Bedienung im manuellen Modus alles andere als intuitiv. Für diesen Zweck hat Yongnuo noch den YN-622N-TX LCD auf den Markt gebracht. Das ist ein reiner Sender zum Aufstecken auf die Kamera. Dank des LCD-Displays und dem Steuerkreuz ist die Bedienung ein Kinderspiel und wirklich intuitiv.

Ich mach’s kurz. Ich habe mir ein Set mit zwei Transcievern und dazu einen Sender bestellt. Natürlich habe ich auch schon ein bisschen rumgespielt und rausgefunden, wie man mit den 1-2 Tücken dieses Systems umgeht. Aber das schreibe ich in einen anderen Blogpost, wenn ich das Set nächste Woche ausgiebig bei einem Projekt testen konnte.

 

Matthias Hosang - Fotografie
keep shooting!

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