Farbmanagement

Jetzt, da sich die Anfragen häufen und mein persönlicher Anspruch an die Qualität auf professionelles Niveau steigt, wird das Thema Farbmanagement immer wichtiger. Aus diesem Grund musste einfach ein neuer Monitor her und der EIZO CS240 ist ein sehr guter und relativ günstiger Einstieg in den professionellen Bereich.

Was bringt ein hardwarekalibrierbarer Monitor

Als Amateur denkt man, warum soll ich mir so einen teuren Monitor kaufen. Ein normaler tut’s doch auch und mit einem Kolorimeter lässt sich der auch kalibrieren. – Klare Antwort: Jain.

Ja, man kann einen normalen Monitor kalibrieren und ja, das ist 1000x besser als keine Kalibrierung. Aber das ist eben Softwarekalibrierung im Treiber der Grafikkarte und durch die verliert man Tonwerte. Wenn man also bei der Bildbearbeitung Tonwertabrisse sieht, weiß man nicht, ob es aus der Grafikkarte kommt oder im Bild selbst vorhanden ist. Mir kam es tatsächlich schon vor, dass ich versucht habe, einen Tonwertabriss bei einem Verlauf zu flicken, um irgendwann festzustellen, dass der gar nicht im Bild ist.

Ich könnte hier jetzt was über LUT’s im Monitor und in der Grafikkarte schreiben. Aber da gibt’s so viele Infos im Netz, dass ich mir die Zeit spare. Stattdessen möchte ich hier einen Vergleich wiedergeben, den ich in aus einem Video von Krolop&Gerst ‚geklaut‘ habe. Das ganze ist, als ob man bei einer Schießbude eine Rose treffen will. Man schießt und trifft daneben. Jetzt könnte man, wenn man zB nach links getroffen hat, einfach nach rechts zielen und würde wahrscheinlich die Rose treffen. Das entspräche der Softwarekalibrierung. Die saubere Lösung wäre allerdings dem Schießbudenbesitzer zu bitten das Visier einzustellen, damit man sich nicht anpassen muss. Das entspräche der Hardwarekalibrierung.

Da Eizo so freundlich ist und diese Monitore schon kalibriert auszuliefern, kann man die Anschaffung eines Kolorimeters erstmal aufschieben. Aber irgendwann kommt man nicht mehr um den Kauf eines Gerätes wie den Spyder 5 herum. Für Portraits ist das noch nicht ganz so wichtig. Da ist die Werkskalibrierung sicher erstmal ausreichend. Spätestens aber wenn man den ersten Auftrag im Bereich der Produktfotografie an Land zieht, kommt es auf perfekte Farbwiedergabe an und dann braucht man anständiges Werkzeug. Dazu zählt dann nebenbei gesagt auch, dass die Kamera als Eingabegerät mit einem Referenzbild beim Shooting Kalibriert wird.

Farbmanagement als Nachteil?

So ein Monitor macht die Sache allerdings auch etwas kompliziert. Normale Monitore decken den sRGB Farbraum ab. Da auch das Web mit sRGB arbeitet und sämtliche Druckdienstleister damit klar kommen, kann man seinen gesamten Workflow darauf auslegen. Wenn man allerdings einen professionellen Monitor hat, deckt der eben AdobeRGB ab, welcher auch den Druckfarbraum enthält. Auf normalen Monitoren lässt sich der Druckfarbraum nicht darstellen, weshalb man beim Druck mit leichten Abweichungen leben muss. Will man also die Vorteile nutzen, muss man in seinem Workflow zwangsläufig zu AdobeRGB wechseln. Das wiederum bedeutet, dass man für die Bilder, die gedruckt werden sollen, sich einen Dienstleister aussuchen muss, der wert auf ein vernünftiges Farbmanagement legt und AdobeRGB auch verarbeiten kann. Desweiteren muss man bei Bildern, die für das Internet bestimmt sind, auf eine saubere Konvertierung nach sRGB achten. Viele Webseiten verwerfen Farbprofile beim Hochladen und die meisten Browser ignorieren die sowieso (Ich glaube nur Safari stellt AdobeRGB richtig dar). Konvertiert man nicht sauber nach sRGB spielt man russisch Roulette mit den Farben. Von einer leichten Verschiebung nach Magenta bis zu einem richtig fiesen Grünstich ist alles drin. Man sollte sich also wirklich überlegen, ob man tatsächlich ein professionellen Monitor braucht, oder ob nicht ein guter aus dem Consumer-Bereich ausreicht.

Man kann sich natürlich auch einen professionellen Monitor kaufen und den im sRGB-Modus betreiben. Aber das wäre wohl rausgeschmissenes Geld.

Eins noch. Wenn man sich gegen einen Monitor wie den Eizo entscheidet und stattdessen zu einem guten Standardmonitor entscheiden so sollte man unbedingt darauf achten, dass sich Features wie dynamischer Kontrast abschalten lassen.

In diesem Sinne …

 

Matthias Hosang - Fotografie
keep shooting!

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