„Magersüchtige“ Models

Ein heikles Thema. Aber ein Thema, dem ich mich aus aktuellem Anlass stellen muss und will.

Fangen wir mal weiter vorne an. Das Models alle die gleiche Kleidergröße haben sollen, hat rein logistische Gründe. Für eine Vorstellung einer Modereihe auf einem Laufsteg werden die Einzelstücke der Designer alle in der gleichen Größe angefertigt (in Handarbeit wohlgemerkt) und die Models müssen da eben rein passen. Es ist einfach machbar, diese Kleidung in 3 oder 4 verschiedenen Größen produzieren zu lassen, damit man dann für das Model die Größe passende dabei hat. Die richtigen Maße sind die Bedingung für die Arbeit als Model. Hat ein Model die nicht, wird es abgelehnt genau wie eine Sekretärin abgelehnt wird, die nicht tippen kann. Und so wie jeder in seinem Beruf an sich und seinen Fähigkeiten arbeiten muss, um auf dem Laufenden zu halten, muss ein Model ihre Kleidergröße halten.

Das Problem dabei ist, dass vor allem für den Laufsteg eine Kleidergröße 34 gefordert ist. Selbst für Kataloge sollte es eine 36 sein – eine 38 gilt da schon als Übergröße. Wenn man mal Google anschmeißt und nach den meistverkauften Kleidergrößen bei Frauen sucht, stellt man (je nach Quelle) fest, dass nur etwa 15% Größe 36 oder Kleiner haben. Rund 20% haben Größe 38. 70% der Frauen da draußen passen in die Kleidergrößen 38 bis 44. DAS ist also ’normal‘ – denn per Definition ist das ’normal‘, was am häufigsten vorkommt.

Gut – In der Werbung wird immer eine Idealisierte Welt gezeigt und nicht die Realität. Nur leider ist es bei den geforderten 1,80m Größe nahezu unmöglich mit gesunder Ernährung eine Kleidergröße von 34 zu halten. Selbst 36 ist schwer. Das geht im Prinzip nur durch Hungern (oder andere Tricks). Selbst mit Sport erreicht man das nicht, denn durch den Muskelaufbau nimmt man letztendlich auch zu und passt nicht in eine 34. Das ist definitiv nicht gesund und das darf nicht das Ziel sein. Dazu kommt, dass junge Menschen sich ein solches ‚Ideal‘ als Vorbild nehmen könnten und sich durch falsche oder fehlende Ernährung selbst schaden zufügen könnten.

Leider wurde ich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Fitnessprojekt mit Wiebke durchaus falsch verstanden werden könnte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle klar stellen, dass man einen solchen durchtrainierten Körper nur mit regelmäßigem Training und der richtigen Ernährung erreicht. Man erreicht das nicht durch Hungern oder gar ‚Finger-in-den-Hals-stecken‘. Ohne die richtige Ernährung ist das Training sogar sinnlos. Das, was bei diesem Projekt rüber kommen soll, ist eher die Message, dass man mit der richtigen inneren Einstellung und harter Arbeit alles erreichen kann. Nicht umsonst betreibt Wiebke die Plattform strongnotskinny.de.

 

Matthias Hosang - Fotografie
keep shooting!

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