Marketing

Es gibt da so ein Sprichwort: „Die Hälfte des Geldes, das man für Marketing ausgibt, ist sinnlos ausgegeben. Man weiß leider nicht, welche Hälfte das ist.“

Gerade am Anfang steht man vor einem Problem. Man hat wenig Einnahmen und damit eigentlich kein Budget für Marketing. Man muss aber Marketing betreiben, damit man mehr Einnahmen bekommt. Das bedeutet, dass das Marketing sehr gezielt betreiben werden muss. Am besten ist es, wenn man bei seiner Planung umgekehrt denkt. Man muss sich in seine Zielgruppe versetzen und überlegen, wie sie nach der Dienstleistung suchen würde, die ich anbiete. Folgende Fragen sollte man sich daher stellen:

  • Wie sieht meine Zielgruppe aus
  • Wie sucht meine Zielgruppe meine Dienstleistung
  • Welche Informationen benötigt Zielgruppe, wenn sie mich gefunden hat.

Bei mir sehen die Antworten wie folgt aus

  • junge Privatpersonen sowie Inhaber von Start-Up Unternehmen
  • Internet (wahrscheinlich >90% Google)
  • Aussagekräftige Bilder aus meinem Portfolio und meine Kontaktdaten

Bei meiner Zielgruppe macht es keinen Sinn Flyer zu drucken und die im Altersheim zu verteilen. Ebenso wenig brauche ich Anzeigen in einer Tageszeitung oder in den ‚Gelben Seiten‘ aufzugeben. Wichtig ist bei Google gut gefunden zu werden. Also macht es höchsten Sinn, bei Google eine Anzeige zu schalten.

Die Homepage

Dazu benötigt man aber eine Aussagekräftige Homepage. Es macht als Fotograf keinen Sinn, auf der Startseite seine Lebensgeschichte zu veröffentlichen. Meiner Meinung nach gehört da nicht mal ein Portrait des Fotografen hin. Was dort hingehört, sind Bilder. Am besten ein ordentlicher Cliffhanger – also eurer bestes Bild, dass eure Zielgruppe erreicht. Das muss nicht zwangsläufig euer Lieblingsbild sein. Sondern es muss ein Bild sein, dass den Besucher einfängt und festhält. Das Motto heißt also: „Zeige nicht was dir gefällt, sondern wofür du gebucht werden willst“. (Ich weiß leider grad nicht, von wem ich das gehört habe).

Auf die Startseite gehört dann noch ein paar Infos worauf du dich spezialisiert hast und natürlich links zu weiteren Bildern in genau diesen Gebieten. Das wichtigste sind dann natürlich die Kontaktdaten. Diese müssen leicht zu finden sein und sollte nicht nur am Ende des Impressums stehen.

Ein wirklich klasse Beispiel ist die Homepage von Andreas Chudowski (http://chudowski.de/). Diese Seite ist voll auf Business-to-Business ausgerichtet. Andreas verzichtet sogar auf einen Cliffhanger und zeigt sofort sein b-to-b Portfolio. Das wirkt auf Privatleute ein bisschen so als würde er mit der Tür ins Haus fallen. Aber genau das braucht jemand, der im Auftrag der Marketingabteilung einer Firma auf der Suche nach einem Fotografen ist. Der hat keine Lust auf 1000 Seiten jedes Mal „Willkommen bei xyz-Fotografie“ zu lesen. Das klickt der sowieso weg. Jedes Bling-Bling, jedes Intro, jedes on-mouse-over behindert ihn bei der Suche. Die schlanke und dennoch stilvolle Seite zeigt nicht nur die Bilder, sondern sagt auch aus ‚Ich arbeite effizient‘.

Das ist natürlich, wenn man vorrangig Privatkunden als Zielgruppe hat, anders. Eine Seite, die sich komplett auf Hochzeiten spezialisiert hat, muss das auch ausstrahlen. Eine solche Seite muss das Hochzeitsgefühl rüberbringen. Effizienz ist da eher zweitrangig. Bei einer Hochzeitsreportage benötig man ein Gespür für den Moment und das muss die Seite auch ausstrahlen. Aber dennoch – auch Hochzeitspaare gucken sich sehr viele Fotografenseiten an und sind irgendwann von Intros, die lange laden oder sich nicht überspringen lassen, genervt. Da kann es schnell passieren, dass die Seite wieder geschlossen wird, ohne dass das Paar auch nur ein Bild gesehen hat.

Mundpropaganda

Gerade wenn man Privatkunden als Zielgruppe hat, ist das wichtigste Marketing die Mundpropaganda. Und für eine gute Mundpropaganda ist es nicht nur wichtig tolle Fotos zu machen. Wichtiger ist, dass man während man fotografiert einen guten Eindruck hinterlässt.

Die meisten sagen immer, der erste Eindruck ist der wichtigste. Noch abgedroschener ist „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“. Meiner Meinung nach ist das Überbewertet. Man sollte sich beim ersten Kontakt natürlich nicht komplett blamieren. Gerade bei Privatleuten ist es meiner Meinung nach aber am wichtigsten, dass der Kunde am Ende ein positives Gefühl hat. Wenn du nach dem Job gehst und der Kunde sich denkt, „man war das toll“ – dann hat man alles richtiggemacht; dann empfiehlt er dich weiter. Im Übrigen kann man das alles kaputt machen, wenn man am Ende ungefragt Visitenkarten oder Flyer verteilt. Das ist einfach nur aufdringlich. Wenn einer der Gäste auf der Hochzeit wissen will, wer der Fotograf war, findet er das auch so raus.

Die Mundpropaganda unterstützen geht viel subtiler. Ein bedruckter USB-Stick mit den Daten sowie eine (ja, nur eine) Visitenkarte. Die Visitenkarte einfach ohne großes Aufsehen übergeben. Am besten mit zur Rechnung legen (nicht fest tackern und auch keine Büroklammer) oder in die Schachtel zu dem USB-Stick oder der CD, sodass sie gleich zur Hand ist, wenn der Kunde Freunden und Bekannten die Bilder zeigt.

Marketingmaterial

In diesem Sinne …

 

Matthias Hosang - Fotografie
keep shooting!

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